Überschrift

10 Jahre Interdisziplinäre Qualifikation Palliativpflege/Palliativmedizin

 

Die besondere Qualifikation für die Palliativversorgung im multiprofessionellen Team

 

Palliativ – was ist das?

Die Palliativversorgung ist ein individuelles ganzheitliches Behandlungs- und Pflegekonzept für Menschen, die sich im unheilbaren Stadium der Erkrankung und in ihrer letzten Lebensphase befinden. Ziel ist es, die Lebensqualität der Patietinnen und Patienten sowie deren Angehörigen in dieser Phase möglichst lang zu erhalten bzw. zu verbessern – Leiden zu lindern. Dies erfordert eine individuelle Begleitung und Beratung der Betroffenen und ihrer Angehörigen unter Wahrung der Selbstbestimmung und Würde der Menschen.

 

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Hospiz- und Palliativstützpunktes Osnabrück hat ein Lehrkonzept entwickelt – Frau Daniela Felsmann-Eger, Koordinatorin und Referentin für Kommunikation der Interdisziplinären Qualifikation Palliativpflege/Palliativmedizin (GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V., Osnabrück), führte dazu ein Interview mit Kursteilnehmern der interdisziplinären Palliativweiterbildung aus den Berufsgruppen Pflege, Ärzte und Seelsorge.

Frau Gnielczyk, Sie arbeiten als Gesundheits-und Krankenpflegerin und sind seit 2016 Palliativ Care Fachkraft.

 

Frage: Wie hat Ihnen die interdisziplinäre Palliativweiterbildung gefallen?

Die Palliativweiterbildung in ihrer ganzen Form war sehr erfrischend und wirklich großartig. Die verschiedenen Dozenten, die allesamt Experten auf ihrem Gebiet sind, haben eine Authentizität mit an den Tag gebracht, was das Zuhören und Zusammenarbeiten in der ganzen Gruppe zu einem Erlebnis gemacht hat.

 

Frage: Was spricht aus Ihrer Sicht für die interdisziplinäre Qualifikation in der Palliativweiterbildung?

Gerade in der Medizin sowie im alltäglichen Leben ist das Wechseln der Perspektive nicht immer verkehrt. Aus diesem Grund ist die interdisziplinäre Arbeit in der palliativen Medizin so wichtig. Jede Berufsgruppe hat einen eigenen Blickwinkel auf die Dinge, auf die Bedürfnisse und das Leiden eines Patienten und deren Angehörigen. Um diese Blickwinkel zu verstehen und zu erleben, war es für mich wichtig, dass die Weiterbildung ebenfalls interdisziplinär war.

 

Frage: Welche positiven Auswirkungen hat die Weiterbildung auf Ihre Arbeit, besonders in Bezug auf die Versorgung Ihrer Patienten?

Ich weiß nun, dass ich nicht immer handeln muss, um meinen Patienten etwas Gutes zu tun. Es reicht manchmal aus “nur“ da zu sein, zuzuhören und ich ihnen so die Möglichkeit gebe, selbst herauszufinden was sie brauchen oder tun können, um mit ihrer seelischen Last umzugehen. Diese Eigenschaft ist keine leichte, wenn man in einem helfenden Beruf tätig ist. Denn auch gut gemeinte Ratschläge sind häufig nicht das, was ein Patient in einer palliativen Situation braucht. Ich habe gelernt, Situationen für und mit den Patienten auszuhalten, indem ich mir Zeit nehme und schweigend unterstütze.

Frau Grandke, Sie arbeiten als Ehrenamtliche in der Krankenhausseelsorge und haben unsere Palliativweiterbildung mit 80 Unterrichtstunden absolviert.

 

Frage: Wie hat ihnen die Palliativweiterbildung gefallen?

Sie war für mich persönlich und meinen Fachbereich, evangelische Krankenhausseelsorge, inhaltlich und nachhaltig eine Bereicherung. Die Themenbereiche waren aus meiner Sicht sehr gut ausgewählt, den gesamten organisatorischen Ablauf empfand ich sehr professionell. Es war angenehm, wie unkompliziert z.B. Vorschläge von uns einbezogen und umgesetzt wurden.

 

Frage: Wovon konnten sie als ehrenamtliche Mitarbeiterin durch das gemeinsame Lernen mit den hauptamtlichen Berufsgruppen profitieren?

Durch das gemeinsame Lernen bekam ich einen für mich bereichernden Einblick in die Arbeitsbereiche, der hauptamtlichen Berufsgruppen, den ich bei den flüchtigen Begegnungen auf den Stationen im Klinikalltag ganz natürlich nicht erhalte.  Mir wird eine nähere Sicht auf deren Arbeit eröffnet, was infolgedessen für alle eine Bereicherung bedeutet.

 

Herr Hohl, Sie sind Arzt und haben die interdisziplinäre Palliativweiterbildung mit 160 Stunden absolviert und auch Ihre Prüfung als Palliativmediziner vor der Ärztekammer bestanden.

 

Frage: Wie hat ihnen die interdisziplinäre Palliativweiterbildung gefallen?

Die Weiterbildung hat mir sehr gut gefallen. Mir haben besonders der Austausch und der respektvolle Umgang trotz unterschiedlicher Erfahrung oder Fachwissen gefallen.

 

Frage: Was spricht aus Ihrer Sicht für die interdisziplinäre Qualifikation in der Palliativweiterbildung?

So wie die palliativmedizinische Arbeit durch das multidisziplinäre Team dem Patienten erst gerecht werden kann, leistet das Konzept hier einen wichtigen Beitrag.
Wenn auch etwas Detailschärfe in einzelnen Bereichen verloren gehen kann, setzt sich das Gesamtbild aber durch die vielen Facetten und Blickwinkel der einzelnen besonderen Individuen mit ihren beruflichen Spezialisierungen umfassender zusammen.
Dies führt zu mehr Verständnis und Respekt für die verschiedenen Berufsgruppen durch Einblicke in die Stärken und Bedeutsamkeit jeder Disziplin und ist damit wesentlich für eine funktionierende Teamarbeit und damit Versorgungsqualität.

 

Ich bin sehr dankbar so viele tolle Menschen kennen gelernt zu haben. Bei allen würde ich mich als Betroffener gut aufgehoben und behandelt fühlen. Vielen Dank für das Interview und Ihr Engagement in der Palliativversorgung!

 

 

Weitere Information: Interdisziplinäre Qualifikation

Palliativpflege/Palliativmedizin
Kursstart: 2. Mai 2018, Ansprechpartner: Daniela Felsmann-Eger,
Anmeldung unter:
gesundheitundbildung@gewinet.de
Tel. 0541/200 98 44-41

 

www.gewinet.de

 

Foto: 1. Reihe li. Maria Lindemann, Mitte Dr. Teigel, re. Daniela Felsmann-Eger, hintere Reihe, li. Herr Wilmsen-Neumann, Mitte, Herr Prof. Hardinghaus, re. Herr Hon.-Prof. Lüttje

Foto: GewiNet

Osnabrück|Dez2017

 

 

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